Bambusparkett ist ein zunehmend beliebter werdender Bodenbelag und trotz bestehender Unterschiede eine nachhaltige Alternative zu klassischem Echtholz-Parkettboden. Prinzipiell kann Bambusparkett in allen Wohnräumen und in der Regel auch in Küche und Bad verlegt werden, in Altbauten kann es aber sein, dass zunächst einige Vorbereitungen getroffen werden müssen, um ein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Was also sollte man beachten, wenn man Bambusparkett in einem Altbau verlegen möchte?
Generelle Problematik und Risikofaktoren
Was Altbauten von Neubauten unterscheidet, ist, dass sie häufig unebene Böden und eine höhere Restfeuchtigkeit im Estrich bzw. keine effizienten Feuchtigkeitssperren aufweisen. Bambusparkett kann daher in Altbauten aus unterschiedlichen Gründen problematisch sein:
- aufsteigende Bodenfeuchte
- fehlende oder alte Feuchtigkeitssperren
- stark schwingende Holzbalkendecken
- stark unebene Altuntergründe
- dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit (etwa bei ungeheizten Räumen)
Ausschlusskriterien sind das allerdings nicht, vielmehr erfordert das Verlegen von Bambusparkett nur eine umfangreichere Vorbereitung.
Festigkeit und Tragfähigkeit des Untergrunds prüfen und vorbereiten
Ein ebener, sauberer Untergrund ist eine der Grundvoraussetzungen für das Verlegen eines neuen Bodenbelags. Zunächst einmal gilt es also, den Untergrund sorgfältig zu prüfen und vorzubereiten. Wichtig in diesem Zusammenhang:
- Etwaige verbleibende alte Bodenbeläge müssen entfernt werden, sofern sie nicht tragfähig oder beschädigt sind. Besonders wichtig ist das bei losem oder schadhaften Parkett sowie alten Kleberesten. Teppiche werden grundsätzlich entfernt.
- Relevante Unebenheiten gemäß Toleranzen (DIN 18202)
- Wenn es sich um Holzbalkendecken handelt, müssen diese unter Umständen aufgebaut oder entkoppelt werden, um einen ausreichend stabilen, ebenen und schwingungsarmen Untergrund herzustellen.
Der Untergrund muss fest, trocken, rissfrei und tragfähig sein, bevor der neue Bodenbelag verlegt werden kann. Auf weichen oder gar federnden Bereichen, ist eine Verlegung nicht möglich.
Den Untergrund auf Feuchtigkeit prüfen
Fehlende oder veraltete Feuchtigkeitssperren stellen ein großes Problem in vielen Altbauten dar, da aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich sich über Mauerwerk und Estrich in höhere Geschosse "hochziehen", und so zum Aufquellen des Bambusparketts oder zu Blasenbildung, und im schlimmsten Fall auch zu Schimmel führen kann. Vor dem Verlegen muss der Untergrund also belegreif trocken sein (CM-Messung), typische Richtwerte sind:
- ca. ≤ 2,0 CM-% bei Zementestrich
- ca. ≤ 0,5 CM-% bei Calciumsulfatestrich
Geeignetes Raumklima sicherstellen
Um zu gewährleisten, dass das neue Bambusparkett auch langfristig formstabil bleibt, sollte ein geeignetes Raumklima gewährleistet werden. Optimal sind eine Temperatur zwischen 18 und 25 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 65 % relativer Luftfeuchtigkeit. Starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden, was in Altbauten mit ungeheizten Räumen problematisch werden kann.
Nicht zuletzt sollte man das Bambusparkett vor der Verlegung mit geöffneter Verpackung 48 bis 72 Stunden vor der Verlegung in dem Raum lagern, in dem es verlegt werden soll, um dem Material zu ermöglichen, sich an Temperatur und Feuchtigkeit anzupassen.